Wer haftet im Schadensfall? –
Der Schulweg ist versichert

Hundertprozentige Sicherheit kann es in keinem Bereich des Lebens geben. Auch wenn alle Verantwortlichen und Beteiligten die entsprechenden Vorschriften beachten und alles Erforderliche tun, um Risiken zu minimieren und Gefahren zu vermeiden, können Unfälle auf dem Schulweg, in der Schule oder auf einer Klassenfahrt passieren. Sollte dieser Fall eintreten, federt die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung die Folgen ab. Die gesetzliche Unfallversicherung ist für alle Versicherten beitragsfrei, die Kosten werden von Arbeitgebern im öffentlichen Bereich, wie von Bund, Ländern und Gemeinden getragen. Die Leistungen werden von Gemeindeunfallversicherungsverbänden und Unfallkassen erbracht.

Im Folgenden erfahren Sie:

  • unter welchen Voraussetzungen für Ihr Kind Versicherungsschutz nach der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung besteht.

  • was im Falle eines Unfalls zu beachten ist.

  • welche Leistungen gewährt werden.

Wann greift der Versicherungsschutz für Ihr Kind?

Der Schulweg

Generell ist Ihr Kind auf allen Wegen versichert, die zu schulischem Unterricht oder anderen schulischen Maßnahmen oder Veranstaltungen (z. B. schulische Fördermaßnahmen, Ausflüge, Schulfeste) bzw. von dort nach Hause führen. Dies betrifft auch schulische Betreuungsmaßnahmen vor oder nach dem Unterricht. Geht Ihr Kind zur Nachhilfe, ist der Weg nur dann versichert, wenn es sich um eine schulische Veranstaltung handelt. Findet eine schulische Veranstaltung außerhalb des Schulgeländes statt, ist auch dieser Weg versichert.

Bei dem Schul- bzw. Heimweg muss es sich um einen „unmittelbaren“ Weg handeln, d. h. der Weg muss zeitlich mit Beginn bzw. Ende der schulischen Maßnahme zusammenhängen. Ob der Weg mit dem Bus, Fahrrad, Pkw oder zu Fuß zurückgelegt wird, ist unerheblich. Der Schulweg sollte der kürzeste und direkteste sein, es gibt jedoch Situationen, in denen Abweichungen und Umwege ebenfalls versichert sind. Die folgende Übersicht zeigt auf, in welchen Situationen weiterhin Versicherungsschutz für Ihr Kind besteht.

Dies ist dann der Fall, wenn:

  • eine Abweichung vom direktesten Weg verkehrsgünstiger oder ungefährlicher ist (z. B. wenn ein Umweg über einen ausgebauten Radweg führt).

  • die berufliche Tätigkeit der Eltern es erfordert, das Kind in fremde Obhut zu geben. Diese Wege sind ebenfalls versichert.

  • das Kind seinen Schulweg nicht länger als zwei Stunden unterbricht.

Kein Versicherungsschutz besteht hingegen, wenn:

  • der Schulweg aus privaten Gründen länger als zwei Stunden unterbrochen wird. Der Rest des Weges ist dann nicht mehr versichert.

  • der Weg aus privaten Anlässen (z. B. Einkauf) unterbrochen wird.

  • aus privaten Gründen ein Umweg gemacht wird.


Schulische Veranstaltungen – Klassenfahrten und Ausflüge


Was ist im Falle eines Unfalls zu beachten?

Bei Unfällen, die im Rahmen schulischer Maßnahmen passieren, liegt die Verantwortung für die Organisation medizinischer Versorgung und das Melden des Unfalls gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung beim Schulpersonal.

Wenn Sie Ihr Kind selbst zum Arzt bringen und der Unfall auf dem Schul- bzw. Heimweg geschah, denken Sie in jedem Fall daran, den behandelnden Arzt hierüber zu informieren. In diesem Fall ist das Vorlegen einer Krankenversicherungskarte nicht notwendig, da Ärzte und Krankenhäuser bei Schulwegunfällen direkt mit der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung abrechnen. Informieren Sie außerdem unverzüglich die Schule von dem Unfall, damit diese den Unfall sofort dem Versicherungsträger melden kann.

Welche Leistungen gewährt die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung?

Vorab: Leistungsansprüche an die gesetzliche Unfallversicherung bestehen unabhängig von möglichen weiteren Ansprüchen, die sich z. B. aus einer privaten Haftpflichtversicherung ergeben können.

Folgende Leistungen werden bei einem Unfall, für den der Versicherungsschutz gilt, von der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung übernommen:

  • Arzt- und Krankenhauskosten

  • Kosten für Medikamente und andere Heilmittel

  • Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen (z. B. Krankengymnastik)

  • Pflege im Heim oder zu Hause

  • Unterrichtskosten im Krankenhaus bei längeren Aufenthalten

  • Ersatz beschädigter Hilfsmittel, wenn z. B. die Brille kaputt gegangen ist

  • Verletztenrente, wenn 26 Wochen nach dem Unfall weiterhin wesentliche Beeinträchtigungen bestehen

  • Kinderpflege-Verletztengeld bei berufstätigen Elternteilen, die für die Pflege eines verletzten Kindes unter 12 Jahren zu Hause bleiben